Honig

Hennigsdorf ist rundum von Wald und der Havel umschlossen. Lediglich in Richtung Marwitz liegen herkömmliche Felder im Flugkreis unserer Bienen. Welche Honige lassen sich hier bei uns also ernten?

Hennigsdorfer Frühtracht

Im Frühjahr befliegen unsere Bienen fleißig die Ahornbäume der Parkanlagen sowie die Obstbäume in den vielen Gärten. Wenn es dann Anfang Mai nicht wieder mehrere Tage hintereinander Nachtfröste gibt, können wir uns über einen wunderbar aromatischen Frühlingsblütenhonig – unsere sogenannte „Frühtracht“ freuen.

Schneeglöckchen-Honig gibt es jedoch leider nie: Dazu sind im März die Bienenvölker noch viel zu schwach.

Hennigsdorfer Robinienhonig

Am Friedhof, entlang der Bahnschienen bei Hellweg und auch immer mal wieder verstreut in den Außenanlagen der Wohnungsbaugesellschaften, stehen etliche – zum Teil ordentlich große Robinien. Deren Blütezeit schließt sich direkt an die Obstblüte an (also Ende Mai).

Wenn jetzt nur bitte bitte alles glatt geht: Im April sollte es besser nicht zu heiß gewesen sein. Der Mai darf keinesfalls trocken oder zu kalt sein. Wenn dann die Robinienblüten sich öffnen, darf kein einziges Gewitter kommen…

Sie können sich sicherlich vorstellen, wie groß unsere Freude ist, wenn wir dann alle paar Jahre doch endlich wieder einmal richtigen Robinienhonig ernten können! Dieser ist nämlich der einzige in Deutschland zu erntende Blütenhonig, der mehrere Monate richtig dünnflüssig bleibt. Gerade bei unseren Müsli essenden Kunden ist der daher äußerst beliebt.

Hennigsdorfer Lindenhonig

Je nach Jahresverlauf, spätestens jedoch in der dritten Juniwoche, beginnen die ersten Linden zu blühen. Hier in Hennigsdorf sind ja ganze Straßenzüge mit Sommer- und mit Winterlinden bepflanzt! Wenn es jetzt nicht zu trocken und deutlich über 30° C heiß ist, sind wir besonders gut gelaunt: Dann werden wir Juli den mit seiner ganz eigenen Menthol-Note sehr aromatischen Lindenhonig ernten können.

Hennigsdorfer Sommertracht

Bei Trockenheit kann die Lindenblüte oft nicht wirklich ausgiebig Nektar spenden. Dann sind wir Hennigsdorfer Imker besonders froh darüber, dass es hier noch so viele Gärten und blühende Balkone gibt: Naturverbundene Hennigsdorfer sorgen so mit ihren bienenfreundlichen Pflanzen dafür, dass unsere Bienen doch noch einen kleinen Honigüberschuss erzeugen können. Dieser Honig, die sogenannte „Sommertracht“, ist dann auch ein wunderbares Potpourri aus allen Blumen Hennigsdorf.

Hennigsdorfer Spättracht (Blatthonig)

In manchen Jahren fangen zum Ende des Sommers hin, die Straßen zu kleben an. Das passiert aber nur dann, wenn die Eisheiligen im Mai recht mild waren und es den Sommer über keine starken Gewitter gab. Dann haben nämlich besonders viele Blattläuse überlebt, die jetzt die Blätter der Linden aussaugen.

Autofahrer ärgern sich nun maßlos über klebende Türgummis und die bekleckerten Scheiben ihrer Fahrzeuge. Aber alles was fliegen kann dagegen, ist begeistert über den klebrigen Blättersaft! Und wir Hennigsdorfer Imker bekommen so die Möglichkeit, Hennigsdorfer Spättracht zu ernten: Einen dunklen, sehr kräftigen, lange zähflüssig bleibenden Blatthonig.

Wenn Sie unsere Honig-Seite hier aufmerksam gelesen haben, werden Sie ganz sicher gemerkt haben, wie abhängig unsere Bienen von ihrer Umwelt sind. Darüber, welche Probleme in Hennigsdorf uns aufgefallen sind, haben wir uns ein paar Gedanken gemacht.