Umweltpreis 2019 der Stadt Hennigsdorf für „unseren“ Thomas

So hat unser Tommy der Stadt deutlich gemacht: Hennigsdorf bietet den Bienen im Frühling: Hasel, Weide und Kornelkirsche sind als früh blühende Sträucher Mangelware, und die Zwiebeln der typischen Frühlingsblüher wie Narzisse und Tulpe schmecken außerhalb umzäunter Gärten den Wildschweinen gut  – auch hier ist für Bienen nach der langen Winterperiode wenig zu holen, bevor die Obstbäume in Blüte stehen. „Und nach der 2-wöchigen Lindenblüte im Frühsommer ist der Tisch für die Bienen dann fast abgegessen“, sagt er. Spät blühende Brombeeren sind zu wenig zu finden.

Aber Thomas weiß auch Rat: „Allein durch die gemischte Pflanzung von Sommer- und Winterlinde kann man die Blütezeit und damit die Tracht von 2 Wochen auf 4 Wochen verdoppeln.“ Eine weitere Tatsache: Wenn man statt Birke und Ginkgo die wenig bekannten Bienenbäume für Ersatzpflanzungen in Parks und an Straßenrändern auswählt, kann man das Stadtbild bunter machen.  Sie blühen gerade dann besonders üppig – Ende Juli bis Mitte September – wenn die Blühzeit der übrigen Pflanzen im Wesentlichen vorbei ist.

Und siehe da: Das Grünflächenamt hörte zu, nahm Listen zum Blühzeitpunkt der Baumarten entgegen und erfuhr mehr vom Wirken des Hennigsdorfer Imkervereins. Wir bekommen inzwischen Unterstützung von der Stadt, und die Beschneidung der Bäume auf der städtischen Obstbaumwiese kann auf unsere Initiative in diesem Frühjahr zum dritten Mal stattfinden. Die bisher nachhaltigste Tat von Thomas ist wohl die Aktion „100 Bienenbäume für Hennigsdorf“ im Rahmen des Bürgerhaushalts. Dass die Stadt die Bäume aufgrund der Abstimmung zum Bürgerhaushalt kauft und Bürger*innen dann zur Verfügung stellt, ist einfach toll!

Thomas Kunert

Deshalb kann Dirk Asmus, der Fachdienstleiter für Öffentliche Anlagen der Stadt auch überzeugt sagen: „Insbesondere sein Engagement u.a. bei der Verknüpfung verschiedener Umweltbelange zum Wohle des Blüten- und Insektenreichtums in Hennigsdorf wird von der Verwaltung begrüßt und machte es ihr leicht, den Vorschlag zum Umweltpreisträger zu befürworten.“

Thomas hat sich darüber hinaus auch im Bereich der Hort-Förderung und Ferienbetreuung verdient gemacht: Kita-Kinder pflanzten unter seiner Anleitung Bäumchen. Am „Tag des Imkers“ sind jedes Jahr in den Schulferien 30 Hortkinder in Gruppen mit Bienen beschäftigt. Stationen im Halbtagesprogramm waren Bienen im Schaukasten und mit Schleier am Flugloch beobachten, Insekten erkennen und bestimmen und Honig schleudern.

In Planung für dieses und die kommenden Jahre sind Obstbaumschnittkurse, Workshops zum Bau von Insektenhotels und eine Samen- und Pflanzentauschbörse.

Unterm Strich kann man mit Überzeugung feststellen: „Unser“ Thomas ist ein wirklich würdiger Preisträger des Umweltpreises der Stadt und unser Verein kann stolz auf ihn sein!